Inkontinenz

Was ist eigentlich Inkontinenz?

Inkontinenz ist die mangelnde Fähigkeit des Körpers, den Blasen- und/oder Darminhalt zur passenden Zeit an einem passenden Ort selbstbestimmt zu entleeren. Inkontinenz ist keine Krankheit, sondern ein Anzeichen einer Grunderkrankung. Auch der Risikofaktor Medikamente (Arzneimittel können bei älteren Menschen die Harnblase schwächen) sowie die Aspekte eingeschränkter Mobilität und Schamgefühl können hierbei eine Rolle spielen.

Warum ist Inkontinenz ein Tabu-Thema?

Da die Sauberkeit einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat, führt Inkontinenz häufig aus Scham zur sozialen Isolation der Betroffenen. Dabei gibt es viele Ursachen und viele wirksame Hilfen. Deswegen heißt es: Mutig sein und das heikle Thema beim Arzt ansprechen! Denn wo ein Wille ist, entsteht auch ein Weg!

Kommt diese Erkrankung häufig vor?

Schätzungsweise leiden mehr als 7 Millionen Menschen in Deutschland unter Inkontinenz. Die Dunkelziffer wird auf 10 Millionen geschätzt. Harninkontinenz kann die unterschiedlichsten Gründe haben und in jedem Lebensalter auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, inkontinent zu werden, nimmt jedoch mit fortschreitendem Alter zu.

Was kann dagegen getan werden?

Eine moderne Inkontinenzversorgung mit den Produkten von unizell Medicare trägt erheblich zur Förderung der Selbstständigkeit, des Wohlbefindens und damit zu mehr Lebensqualität bei. Durch die Versorgung mit unseren Inkontinenzprodukten können Betroff ene aktiv am Leben teilnehmen, wobei die Diskretion des Tragens von Inkontinenzprodukten gewahrt wird.

Welche Arten von Inkontinenz gibt es?

Man unterscheidet zwischen folgenden Formen:
  • Bei der Stress-/ Belastungsinkontinenz spricht man meistens von einem geringen Urinverlust, der tröpfchenweise durch schweres Heben, Husten, Lachen oder Niesen ausgelöst wird.
  • Extraurethrale Inkontinenz bedeutet Urinverlust außerhalb der Harnröhre z.B. durch eine Fistel.
  • Bei Unkategorisierbarer Inkontinenz findet ein beobachtbarer, unfreiwilliger Urinverlust statt, der auf der Basis von Symptomen oder Befunden nicht eindeutig zuzuordnen ist.
  • Von einer Dranginkontinenz ist die Rede, wenn ein geringer Urinverlust bis zur spontanen Totalentleerung der Blase stattfindet. Es erfolgt ein häufiges Wasserlassen schon bei geringen Mengen von Flüssigkeit in der Blase und der Harndrang ist häufig Tag und Nacht vorhanden.
  • Die Chronische Harnretention betrifft häufiger Männer. Hierbei ist beispielsweise durch eine altersbedingte Vergrößerung der Prostata die Harnröhre eingeengt; der Urin staut sich in der Blase, so dass sich Restharn bildet und eine Infektionsgefahr besteht.

Welche Menge Urin entsteht im Körper?

Der menschliche Körper produziert täglich 1 bis 1,5 Liter Urin. Die tatsächliche Menge hängt unter anderem von der Flüssigkeitszufuhr ab. Ist die Blase voll, entsteht ein Harndrang. In der Blasenwand befinden sich reizaufnehmende Zellen (sog. Rezeptoren), die die Wandspannung registrieren und an die für die Blasenkontrolle zuständigen Bereiche im zentralen Nervensystem melden.

Versorgungsmöglichkeiten aufsaugend - nach Schweregraden sortiert

leicht (ca. 50-100 ml) | mittel (ca. 100-200 ml) | schwer (ca. 200-300 ml) | schwerst (ca. mehr als 300 ml)

Wie häufig muss ich normalerweise auf die Toilette?

Normale Frequenz sind 6 bis 8 Harnabgänge pro Tag, d.h. alle 3 bis 4 Stunden in der wachen Zeit und ältere Menschen 1 bis 2 x in der Nacht.

Was passiert wenn man zu wenig trinkt?

Aus Angst vor Harnverlust schränken inkontinente Patienten oft ihre Flüssigkeitszufuhr ein. Der Harn wird dadurch stark konzentriert, die sensiblen Schleimhäute zusätzlich gereizt und die Symptome der Inkontinenz wiederum verstärkt.

Welche Flüssigkeiten sind weniger verträglich?

Bei der Disposition von Getränken sollte möglichst die Menge an Kaffee, Alkohol und auch Citrusgetränken reduziert werden. Zur Vermeidung einer Obstipation (Verstopfung) ist es dennoch notwendig, dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen.

Was ist bei der Nahrungsaufnahme zu beachten?

Für eine normale Darmtätigkeit ist es wichtig, ballaststoffreiche Nahrung und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Körperliche Bewegung fördert die Darmmobilität und damit den Verdauungsprozess. Zu beachten ist auch die Einnahme von Medikamenten (z.B. Antibiotika), die zum Teil eine Diarrhoe verursachen können, oder Laxantien gegen die Obstipation.