Körperpflege

Körperpflege

Das kann die belebende Körperwaschung

Es kann belebend, stimulierend gewaschen werden. Dazu sollte die Wassertemperatur 25° - 28°C betragen. Hier ist es, um die belebende Wirkung zu erreichen wichtig, gegen die Haarwuchsrichtung zu waschen und abzutrocknen.
Zur Verstärkung dieser therapeutisch-pflegerischen Waschung kann Rosmarinlotion im Wasser verwendet werden. Die Auswirkungen einer solchen Pflegehandlung stehen im Gegensatz zu denen der beruhigenden Waschung. Der Patient wird in einen sehr wachen, aktiven, aufnahmefähigen Zustand versetzt. Die Anspannung der Muskulatur steigt, der Kreislauf wird angeregt. Der Patient kann im Anschluss besonders gut mobilisiert werden.
Auch Cremes, Lotionen und Pasten, also Hautpflegeprodukte, müssen der Haut des Patienten angemessen sein. Der Fettgehalt eines Pflegepräparates muss mit dem Trockenheitsgrad der Haut steigen. Zur Versorgung der normalen bis trockenen Haut werden sogenannte W/O-Präparate, d.h. Wasser-in-Öl-Verbindungen verwendet. Ihr Wasseranteil ist sehr gering. Pflegende sollten beim Kauf auf die Kennzeichnung achten oder den Rat von Drogisten und Apothekern einholen. Die W/O-Präparate überziehen die Haut mit einem Fett-Wassermantel, der sie vor der Austrocknung schützt. Der geringe Wasseranteil lässt trotz des Fettfilms auf der Haut eine kontinuierliche Abgabe von Schweiß und Wärme zu.
Neben diesen W/O-Präparaten werden häufig O/W-Präparate (Öl-in-Wasser-Verbindungen) verwendet. In diesen Pflegeprodukten überwiegt der Wasseranteil deutlich. Der Wasseranteil dringt rasch in die oberste Hautschicht und lässt sie aufquellen, so dass sich die Hautoberfläche vergrößert. Damit wird die Verdunstung von Feuchtigkeit forciert. Die Haut wird durch diese Präparate deutlich trockener. Dementsprechend sollten diese Produkte nur bei der Pflege fettiger Haut eingesetzt werden.

Wichtige Hinweise:

1. Jahrelang wurde die prophylaktische Maßnahme des "Eisens und Fönens" praktiziert. Durch die Kalt-Warm-Wechselwirkung versprach man sich die Blutzirkulation im Gewebe zu verbessern. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass sich diese nicht verbessert und außerdem die Haut durch das Einreiben mit Eis geschädigt wird. Das anschließende Fönen trocknet die Haut zusätzlich aus. Die Untersuchungsergebnisse lassen dementsprechend die Anwendung dieser Methode zur Dekubitusprophylaxe nicht weiter zu.

2. Auch alkoholische Einreibungen, wie z. B. mit Franzbranntwein, sind zur Dekubitusprophylaxe nicht geeignet, da Alkohol zur Austrocknung der Haut führt. Häufig äußern Patienten jedoch den Wunsch, wegen des erfrischenden Effekts mit Franzbranntwein eingerieben zu werden. Diesem Wunsch kann unter Umständen im Hinblick auf eine individuelle, patientenbezogene Pflege nachgekommen werden. Jedoch sollte die entsprechende Hautpartie mit einem W/O-Präparat nachbehandelt werden.

3. Gelegentlich wird auch Zinkpaste zur Prophylaxe eingesetzt. Diese Maßnahme ist nicht ratsam. Die weiße Paste deckt die Haut optisch ab und macht eine Hautbeobachtung schwierig. Zinkoxid hat zudem auf intakter Haut keine sinnvolle Funktion, es trocknet die Haut sogar aus.

4. Weiterhin nicht empfehlenswert zur Vorbeugung eines Druckgeschwürs ist das Verwenden von färbenden quecksilberhaltigen Lösungen. Diese Lösungen verfärben das entsprechende Hautareal so stark, dass Hautveränderungen nur sehr schlecht beobachtbar sind. Außerdem weisen die Präparate eine hohe Quecksilbertoxizität auf und wirken sich damit langfristig auf das zentrale Nervensystem und die Leber aus.

5. Leider werden heute noch relativ oft reine Fettprodukte, wie z. B. Melkfett, Vaseline oder Babyöl zur Hautpflege benutzt. Die Anwendung dieser Produkte ist nicht zu empfehlen, da aufgrund der Abdichtung der Hautporen keinerlei Wärmeaustausch stattfinden kann. Zudem befinden sich in Melkfett und Vaseline häufig unerwünschte Zusätze von Antibiotika oder Desinfektionsmittel.

Verbot von:

  • Hyperämisierende Substanzen, wie ABC-Salbe, Phlogont, Phardol
  • hautabdeckende Pasten und Puder, z. B. Pasta zinci, Babypuder
  • porenverstopfende Fettsubstanzen, z. B. Vaseline, Babyöl, Melkfett
  • Seife
  • hautreizende, allergenisierende Mixturen, z. B. Franzbranntwein, Alkohol
  • Desinfektionsmittel
  • farbige, quecksilberhaltige Mixturen, z. B. Mercuchrom
  • Massage der gefährdeten Hautstellen

Dazu dient die beruhigende Körperwaschung

Die beruhigende Körperwaschung dient der reinen Entspannung des Patienten. Sie fördert bei aufgeregten Patienten den Schlaf und senken zeitgleich die Blutdruckwerte.
Die Temperatur des Wassers sollte dabei zwischen 40° und 42°C sein. Zu Anfang wird der Oberkörper und die Arme, dann das Gesicht gereinigt. Grundsätzlich sollte mit der Haarwuchsrichtung gewaschen und getrocknet werden. Um die beruhigende Wirkung dieser Waschung zu verstärken können entsprechende Duftlotionen verwendet werden.

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